Morbus Crohn Blog

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Akuter Schub… wenn die Welt sich langsamer dreht

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Die Zeit vergeht auf einmal viel langsamer und die Sicht auf viele Dinge ändert sich. Gewissermaßen hätte ich es voraus ahnen können… dass Stress sich auf eine chronische Darmerkrankung nicht gerade positiv auswirkt, ist schließlich kein Geheimnis.

Aber gut, es ist wie es ist. 

Die praktische Gehhilfe und ich sind ja bereits alte Bekannte. Nur der Umgang muss wieder geübt werden. Ein paar tollpatschige Schritte später weiß ich wieder warum ich diese Dinger so tief im Schrank vergraben hatte. Auf einem Bein durch die Welt zu hüpfen ist aber dann doch keine Dauerlösung… dann bitte doch die Krücken.

“Morbus Crohn assoziierte Arthritis” heißt die magische Diagnose. Magisch, weil sie mein Fußgelenk von einem Moment zum Nächsten auf die Größe eines kleinen Luftballons aufbläst.

Deja Vu.

Das alte Leben ist wieder so nah und scheint mich ein Stück weit eingeholt zu haben. Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen und diese unglaubliche Schwäche…

Aber nichts im Leben geschieht zwei mal auf die gleiche Art.

Die Variablen haben sich geändert. Der panische Blick zur Toilette bleibt mir erspart – das Stoma erledigt seinen Job gewissenhaft. Das schwarze Loch ist noch da, doch ich drehe mich einfach um und gehe weiter. Schritt für Schritt. Nach vorne und nicht zurück.

Wenn ich eines aus meiner Vergangenheit gelernt habe, dann dass nach jeder Nacht wieder die Sonne aufgeht. Manchmal versteckt sie sich hinter dicken Wolken, aber sie ist immer da.

Meine 3 persönlichen Gedanken zu diesem Schub: 

  • Die Welt dreht sich auch ohne mich weiter. Vielleicht sogar etwas langsamer.
  • Ich bin der Mittelpunkt meiner Welt. Und daher liegt es an mir die Balance zu halten.
  • Ich kann die Welt nicht retten, ohne mich zuerst selbst zu retten.

Und wenn ich heute in den Sternenhimmel blicke, dann mit einem Gefühl von Sicherheit. Ich weiß, dass ich die Kontrolle über mein Leben habe. Jedes Verhalten löst eine Reaktion in unserem Körper aus. Belastungen, Stress und negative Gedanken lösen auch negative Reaktionen aus. Entspannung und positive Momente sind der Schlüssel zur körperlichen Balance.

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