Morbus Crohn Blog

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Cortison Nebenwirkungen?

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Cortison als Stoßtherapie

Nach einer langen, fast beschwerdefreien Zeit waren sie wieder da: Bauchschmerzen, Gelenkentzündung und Krücken. Meine Gastroenterologin verschrieb mir daraufhin Cortison mit Pantoprazol als Stoßtherapie. In meinem Fall bedeutete das:

  • 75 mg Cortison – 3 Tage
  • 50 mg Cortison – 3 Tage
  • 25 mg Cortison – 3 Tage
  • 12,5 mg Cortison – 7 Tage
  • 6 mg Cortison – 7 Tage

Nach ca. 3 Wochen sollte ich also wieder komplett Cortison- und beschwerdefrei durchs Leben gehen. 75 mg Cortison ist bei einem Körpergewicht von 57 kg natürlich nicht gerade wenig und so machte ich innerhalb der 3 Wochen ein regelrechtes Gefühlschaos durch:

Nachts Bäume ausreißen

75 mg bis 50 mg Cortison bedeutete Euphorie, Bewegungsdrang, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit. Die Gelenkentzündung war so schnell verschwunden wie sie gekommen war und auch die Bauchschmerzen reduzierten sich drastisch. Nach ca. 3 Tagen war ich quasi beschwerdefrei, auch wenn ich mich auf einmal mit einem komischen Mundgeruch und dem ständigen Drang nach Zahnpaste rumschlagen musste.

Allerdings machte mich die Stoßtherapie zu einem kleinen Eichhörnchen auf Ecstasy: Ich konnte kaum mehr stillsitzen, hatte das Gefühl Bäume ausreißen zu können und ganz plötzlich das dringende Bedürfnis sämtliche Schränke in meiner Wohnung neu zu sortieren. Außerdem schlief ich maximal 4-5 Stunden pro Nacht und war leicht reizbar.

Schmerzfrei und glücklich

Bei 25 mg pendelte sich langsam etwas mehr Ruhe ein. Ich hatte keine Schmerzen, war energiegeladen, aber nicht mehr so nervös wie bei 50 mg. Ich schlief problemlos 6 Stunden pro Nacht und wachte früh morgens erholt und gut gelaunt auf.

Letztendlich eine tolle Zeit, auch wenn sich mein Mondgesicht immer mehr bemerkbar machte. Außer mir schien es jedoch niemanden aufzufallen. Allerdings gab es da immer noch diesen komischen Mundgeruch…

Kalter Entzug

Nach der nächsten Reduzierung auf 12,5 mg sank meine Stimmung ganz plötzlich in ein ziemliches Tief. Die Bauchkrämpfe kehrten wieder langsam zurück, wenn auch nicht so stark wie vor der Therapie. Manchmal schlief ich nur 5 und an anderen Tagen sogar 10 Stunden, fühlte mich meistens müde und hatte eigentlich immer leichte Kopfschmerzen. Außerdem machte die Haut rund um das Stoma nun Probleme, sodass sich die Basisplatte nun sehr löste. Zumindest war jedoch der Mundgeruch verschwunden.

Nach einer Woche reduzierte ich nun ein letztes mal auf 6 mg. Verglichen mit 12 mg merkte ich eigentlich keinen großen Unterschied. Allerdings wurde mir nun nach dem Essen manchmal übel. Cortison und Pantoprazol setzte ich wie besprochen nach insgesamt 3 Wochen Stoßtherapie von einem Tag auf den Nächsten ab.

Und jetzt?

Eine Woche später verstärkte sich die Übelkeit und ich hatte auf einmal mit starkem Sodbrennen zu kämpfen. Die Magensäure stieg vor allem abends so stark an, dass ich mich seitdem fast täglich übergeben musste. Wahrscheinlich eine Magenentzündung. In meinem Kopf hallt es: Mit Kanonen auf Spatzen schießen… Die Gelenkentzündung ist jedenfalls verwunden.

2 Kommentare

  • Ronny sagt:

    Hallo

    was hast Du gegen die ganze Magensäure getan?
    Ich habe genau das selbe Problem.
    Gruß Ronny

    • Hallo Ronny,

      hinter der vermeintlichen Magenentzündung hat sich ein Zwölffingerdarmgeschwür versteckt, das offensichtlich durch das rasche Ausschleichen des Cortisons ausgelöst wurde. Als Therapie bekam ich Schonkost und Magensäureblocker verordnet, seitdem nehme ich täglich 60 mg Pantoprazol. Bist du schon beim Arzt gewesen? Lass dich bitte auf jeden Fall untersuchen.

      Liebe Grüße & Gute Besserung

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