Morbus Crohn Blog

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3 grundlegende Tipps zur richtigen Ernährung bei CED

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Die richtige Ernährung zu finden ist zu Beginn oft eine große Herausforderung. Man hat das Gefühl überhaupt nichts mehr zu vertragen und egal was man isst, sofort Bauchkrämpfe und Durchfall zu bekommen. Mit der Zeit lernt man dann allerdings immer besser auf seinen Körper zu achten und die Warnsignale des Darms deuten zu können. Mit diesen 3 einfachen Tipps fällt es euch hoffentlich ein Stück weit leichter, die für euch richtige Ernährung zu finden:

1. Nahrungsmittelunverträglichkeiten testen

Wichtig zu wissen: Bauchschmerzen, Durchfälle und Übelkeit können durch eine Nahrungsmittel Unverträglichkeit deutlich verstärkt werden.

Normalerweise werden daher auch bei Verdacht auf eine chronische Darmerkrankung  verschiedene Tests durchgeführt, um z.B. eine Zölliakie abzuklären. Falls das bei euch noch nicht gemacht wurde, solltet ihr eure Internisten unbedingt darauf ansprechen.

Häufigste Unverträglichkeiten

Kekse und MilchDenn die am häufigsten auftretenden Probleme bei Morbus Crohn bestehen offensichtlich in der Reaktion auf Milchprodukte, Histamin und Weizenprodukte. Das muss bei euch jedoch nicht zwingend so sein, denn jeder Mensch reagiert hier anders, aber es ist ein hilfreicher Anhaltspunkt um dies auszutesten.

Außerdem ist die Reaktion auf bestimmte Lebensmittel auch von eurer allgemeinen gesundheitlichen Stabilität abhängig, denn in der Remissionsphase werden bekanntlich mehr Lebensmittel vertragen als im akuten Schub.

Wie läuft der Test ab?

Die Verträglichkeit von Lactose, Fructose und Sorbit konnte ich bei meiner Internistin übrigens ganz einfach mit einem Atemtest bestimmen lassen. Dabei sollte man auf nüchternen Magen ein Glas mit hoch dosierter Flüssigkeit (z.B. Lactose) trinken, um dann in regelmäßigen Abständen von ca. 30 Minuten in ein Atemröhrchen zu pusten.

Im Gegensatz dazu wurde zum Test der “echten” Zölliakie, also der Glutenallergie, eine kleine Gewebeprobe aus meinem Darm entnommen. Auch wenn wie in meinem Fall keine Glutenallergie vorliegt, kann es trotzdem sein, dass man auf glutenhaltige Produkte etwas empfindlich reagiert. Aus diesem Grund kombiniere ich diese Tests mit Tipp Nr. 2:

2. Ernährungstagebuch führen

ErnährungstagebuchAuch wenn keine Intoleranzen vorliegen, kann es gut sein, dass ihr bestimmte Lebensmittel einfach schlechter vertragt. Das kann von der Tageszeit, der Kombination verschiedener Lebensmittel, eurem Allgemeinbefinden oder bestimmten Medikamenten abhängen.

Das Ernährungstagebuch ist dabei eine gute Möglichkeit, solche Schwankungen aufzuspüren.

Dabei notiert ihr jeden Tag stichwortartig was ihr gegessen und wie ihr es vertragen habt. Interessant ist dabei auch immer die Tageszeit, denn ich vertrage manche Lebensmittel zum Beispiel morgens und andere abends eher schlecht. Tagsüber kann ich sie jedoch ohne Probleme zu mir nehmen.

Meine Erkennisse durch das Ernährungstagebuch

So habe ich zum Beispiel ausgetestet, dass ich Kaffee in meiner aktuell stabilen Phase zwar gut vertrage, allerdings immer eine Kleinigkeit dazu essen muss. Wenn es mir aufgrund von Stress gesundheitlich nur ein klein wenig schlechter geht ist Kaffee ein No-Go für mich und das Erste, das ich sofort von meinem Speiseplan streiche.

Mein Ernährungstagebuch ist für mich seitdem zur Routine geworden und ich habe auf diese Weise einen viel besseren Zugang zu meinem Körper erhalten.

Digitales Ernährungstagebuch und CED App

Alternativ könnt ihr euch natürlich auch ein digitales Smartphone mit CED AppErnährungstagebuch in Form einer Excel Tabelle, eines Kalenders, einer Organisationssoftware oder eines Worddokuments zulegen, falls ihr kein Notizbuch verwenden möchtet.

Eure gesammelten Erkenntnisse zur Ernährung könnt ihr dann zum Beispiel auch in der CED App hinterlegen, die speziell für Menschen mit chronischer Darmerkrankung entwickelt wurde.

Egal für welche Methode ihr euch entscheidet, wichtig ist nur, dass ihr eine zeitlang regelmäßig alles notiert. Irgendwann gelangt ihr dann an einen Punkt, an dem ihr soviel über euren Darm gelernt habt, dass ihr nur noch sporadisch wichtige Ereignisse notieren müsst und dabei zum Ernährungsspezialisten für euren eigenen Körper geworden seid. Spätestens dann kommt ihr zum Tipp Nr. 3:

3. Mineralstoffmangel ausgleichen

Ich lasse mir nach jeder Blutuntersuchung gerne eine Kopie der Blutergebnisse geben, um diese zu Hause noch einmal in Ruhe durchzugehen.

Oft ist die Zeit zur Nachbesprechung etwas knapp und man bekommt nur die wichtigsten Ergebnisse der Entzündungsparamenter wie die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), CRP und Eisen genannt. Der Rest fällt quasi “unter den Tisch”, falls keine Extremwerte vorliegen und müssen extra erfragt werden.

Selbst “Akte” über die Erkrankung führen

Zu Hause habe ich mir daher einen großen Ordner angelegt, in dem ich alle Blutergebnisse und sonstigen Befunde abhefte. Das hat auch gleichzeitig den Vorteil, dass ich alle Unterlagen meiner Erkrankung griffbereit habe und wichtige Informationen nachlesen kann.

Blutwerte entschlüsseln und Kontrolle gewinnen

Die Basics der Blutwerte wie Magnesium, Calcium, Kalium etc. lassen sich relativ einfach durch etwas Recherche im Internet und Nachfrage bei den behandelnden Ärzten entschlüsseln.

Auch wenn am Anfang alles etwas kryptisch wirkt, wirStetoskop und Krankenakted man nach einiger Zeit immer geübter in der Interpretation der Werte und kann ein Stück weit Kontrolle gewinnen und eventuelle Mineralstoffmangel gezielt ausgleichen.

Dabei ist es natürlich sinnvoll, wenn ihr die Blutergebnisse mit euren Ärzten noch einmal nachbesprechen könnt, nachdem ihr euch diese in Ruhe angeschaut habt.

Sofern das in eurem aktuellen Gesundheitszustand möglich ist, ist die bewusste Ernährung sicherlich die beste Methode um eine eventuelle Unterversorgungen mit Nährstoffen auszugleichen. Eventuelle Nahrungsergänzungsmittel sollten daher immer erst in Absprache mit euren Ärzten eingenommen werden.

Wie die Ärzte darauf reagieren

Ich habe persönlich sehr gute Erfahrung damit gemacht und meine Ärzte sind immer bereit eventuelle Rückfragen zu klären und schätzen schließlich auch mein Engagement. Denn es vereinfacht die Kommunikation oft sehr, wenn man sich mit grundlegenden Werten und Begriffen auskennt.

Fazit

Ernährungstagebuch und StiftDas Austesten von Nahrungsmittelintoleranzen, die regelmäßigen Notizen in euer Ernährungstagebuch und die Interpretation von grundlegenden Blutwerten werden euch langfristig helfen ein besseres Verständnis für euren Darm zu entwickeln.

Nach und nach werdet ihr immer mehr hilfreiche Informationen sammeln und schließlich auch die für euch richtige Ernährung finden.

Denn niemand kennt euch so gut wie ihr euch selbst und niemand hat einen besseren Zugang zu eurem Körper, also nutzt die Gelegenheit um euch intensiv mit diesem Wissen auseinanderzusetzen.

Weitere Informationen zur Ernährung und mein Lieblingsrezept findest du außerdem in meinen Artikeln “Welche Ernährung im Schub geeignet ist” und dem Buchtipp “Gesund essen bei Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa”. Ich freue mich wie immer über eure Erfahrungen und Rückmeldungen!

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