Morbus Crohn Blog

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Albtraum Stomablockade

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Was darf ich essen?

Die gute Nachricht vorweg: Das Leben mit Stoma ist eigentlich nicht so schwierig, wie man als Nicht-Stomaträger meinen könnte. Wenn man ein paar grundlegende Regeln beachtet, kann man eigentlich fast alles essen. Das heißt alles, außer schwer verdaulichen und stark faserigen Lebensmitteln, die bei einem Illeostoma zu einer Stomablockade führen können: z.B. Nüsse, Spargel, Ananas, Sauerkraut, Pilze, Zwiebel… Doch nicht jeder reagiert auf alle kritischen Lebensmittel gleich sensibel und oft ist die Menge entscheidend.

Kokusnuss

Ich liebe Kokusnuss, aber für mich leider ein absolutes No-Go. Nach einer eigentlich sehr gut gekauten, etwa halben Kokusnuss hatte ich zum ersten mal so etwas wie eine Stomablockade. Erst wenige Monate nach der Stomaanlage konnte ich die Schmerzen, die sich nach und nach verstärkten nicht wirklich einordnen.

Telefon Ein Anruf bei meiner Stomatherapeutin bestätigte dann jedoch meine Vermutung: Die Kokusnüss-Stückchen suchten ihren qualvollen Weg durch meinen Dünndarm, um sich dann an engeren Darmpassagen zu versammeln und quasi einen Stau zu verursachen.

Erbrechen

Das führte dann schließlich dazu dass ich mich stundenlang übergeben musste. Nach etwa 6-8 schmerzhaften und anstrengenden Stunden hatte auch der letzte Rest Kokusnuss seinen Weg in den Stomabeutel gefunden und der Albtraum war vorüber.

Zwiebeln

Nachdem ich Kokusnuss seitdem nur noch in flüssiger Form zu mir nehme, war das auch ein einmaliger Albtraum. Abgesehen von ein paar kleineren Problemen mit einer Handvoll Ananas-Stückchen und einer Portion panierter Champignons konnte ich also wieder alles essen.

ZwiebelBlinddarmentzündung?

Erst vor etwa 2 Wochen machte ich eine unangenehme Erfahrung mit einer halben Zwiebel in Tomatensoße. Vielleicht hatte ich die Zwiebel nicht lange genug angebraten? Jedenfalls hatte ich Zwiebeln bisher immer problemlos vertragen und daher dachte ich bei plötzlich auftretenden, wellenartigen Schmerzen zuerst an eine Blinddarmentzündung.

Allein schon deswegen, weil ich die leckere Pasta ziemlich genau 24 Stunden vorher gegessen hatte und mir nicht vorstellen konnte, dass die Verdauungsprobleme so viel später auftreten könnten. Die Kokusnuss hatte sich ja ziemlich schnell zu Wort gemeldet…

Wassertrinken und Wärme

Genau an diesem Tag hatte meine Gastroenterologin jedoch Urlaub und meine Stomatherapeutin riet mir dazu, meinen Bauch zumindest vom Hausarzt untersuchen zu lassen. Leider hatte sich mein Dünndarm dazu entschieden, die schmerzhaften Alarmsignale erst nach Ende der Sprechzeiten zu schicken, sodass mir nur viel Wasser trinken, Buscopan und einer Wärmflasche blieb.

Die chirurgische Lösung?

Als am nächsten Tag die Schmerzen noch nicht besser waren, entschloss ich mich schweren Herzen zum Weg in die Notaufnahme. Nach einer ausführlichen Anamnese, Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen und Ultraschall war schließlich eine Stomablockade die Erklärung für meine Schmerzen.

Der nette Chirurg löste das Problem kurzerhand mit einem dünnen Katheter, den er über den Stomaausgang nach oben einführte und so den Zwiebelstau löste. Das Gefühl ist ungefähr so unangenehm, wie man es vorstellt, wenn auch nicht ganz so schmerzhaft. Zwiebeln sind ab sofort von meinem Ernährungsplan gestrichen.


Papayasalat

Nicht mal eine Woche später, während eines Kurzurlaubs, dann das nächste Desaster: Vietnamesischer Papayasalat. Frisch zubereitet, wunderschön serviert und unglaublich lecker. In böser Erinnerung an den Zwiebelalbtraum wenige Tage zuvor, kaute ich jeden Bissen gefühlte 100 mal. Nach mehr als 2 glücklichen und beschwerdefreien Jahren mit Illeostoma erlebte ich am nächsten Morgen jedoch gleich die nächste Katastrophe…

Vietnamesischer PapayasalatTrinken und Massieren

Noch im Halbschlaf spürte ich die ziehenden Krämpfe in meinem Bauch und wusste diesmal sofort was passiert war. Also sprang ich mit einem Satz aus dem Bett und leerte innerhalb kürzester Zeit einen Liter Wasser in meinen Bauch, den Nächsten stellte ich mir gleich ans Bett und knetete etwa eine Stunde lang meinen Bauch.

Die sanftere Therapie der Stomatherapeutin

Nach dem letzten Gespräch mit meiner Stomatherapeutin hatte ich erfahren, dass die sanftere Alternative zum chirurgischen Katheter-Prinzip eine festere Bauchmassage und eine hohe Flüssigkeitszufuhr wäre. Außerdem wäre Bewegung wichtig, um die Darmbewegung zu fördern, auch wenn das recht schmerzhaft sein kann. Wenn es nicht anders geht, wird auch ein Abführmittel verabreicht. Essen sollte man wenn überhaupt nur noch Flüssiges bis Breiiges.

Statt ausgiebigem Frühstück: Bewegung

Weit weg von meinem vertrauten medizinischen Umfeld folgte ich also Schritt für Schritt genau diesem Prinzip. Ich nahm meine ganze Kraft zusammen und schleppte mich ganz langsam durch die rasend schnelle Großstadt. Zur Entspannung nahm ich eine Buscopan Tablette und trank den ganzen Tag über so viel Wasser und Tee wie nur irgendwie möglich.

Wie immer förderte das Stoma zwar immer noch, jedoch nur in sehr reduzierten Mengen. Auch wenn ich dabei durch die Hölle ging, die Bewegung half meinem Darm die Lebensmittel schneller aus meinem Körper zu befördern.

Abführmittel

Abends ging es mir daher zwar schon etwas besser, aber um den letzten Urlaubstag und Rückflug gut zu überstehen, entschied ich mich abends dazu, in der Apotheke ein Abführmittel zu besorgen. So wurde auch der letzte Rest Papayasalat aus dem Stoma geschwemmt und ich fiel in einen tiefen, erschöpften Schlaf.

Bitte versteht das allerdings nicht als Therapieempfehlung, sondern lasst eventuelle Probleme immer ärztlich abklären, denn es können natürlich auch andere Ursachen hinter plötzlich auftretenden Bauchschmerzen stecken.

Fazit

An Erfahrungen wie diesen merke ich, dass ich als Stomaträgerin noch einiges dazulernen muss. Nach mittlerweile knapp 3 Jahren mit Illeostoma entdecke ich immer wieder Lebensmittel, die mein Dünndarm schwer verdauen kann. Auch wenn man so eine Erfahrung sicherlich nicht so schnell vergisst, notiere ich mir jede Erkenntnis in mein kleines Ernährungstagebuch, damit sich solche Albträume auf keinen Fall wiederholen.

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